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10.07.2019

Meine Arbeitsbelastung ist zu hoch

Der Arbeitsalltag von Top Führungskräften umfasst neben strategischen Themen oft auch operative Aufgaben, die grösstenteils zusätzlich übernommen werden müssen – vor allem dann, wenn »es brennt«. Beziehungskonstellationen zwischen Vorstand und Management Team, Rollenkonflikte oder Führungsdilemmata und tiefgreifende Veränderungen durch neue Formen des Wandels haben ihren Anteil am Führungserfolg bei hoher Belastung.

Als Arbeitsbelastung oder -fähigkeit wird die Summe von Faktoren bezeichnet, die einen Mitarbeiter oder eine Führungspersönlichkeit in die Lage versetzen, eine gestellte Aufgabe erfolgreich zu bewältigen. Sie zeichnet sich auch durch den richtigen Umgang mit Stress aus, bei dem es nicht nur darum geht, Druck und Stress zu ertragen, sondern ihn auch zu verarbeiten, einen Ausgleich zu finden und die eigenen Grenzen zu kennen. Schaut man genauer auf die Ursache, spielt dabei die Erfüllung der eigenen Grundbedürfnisse eine entscheidende Rolle.

Druckfaktor Führung und Arbeitsbelastung
Je grösser die Führungsverantwortung, desto grösser sind die Erwartungen und Anforderungen, die an Sie gestellt werden. Damit wächst auch Ihre Verantwortung. Denn klassischerweise übernehmen Sie mit der Zeit immer mehr Aufgaben, Ihr Arbeitsspektrum weitet sich aus und wird durch komplexere, schwierige und insgesamt aufwendigere Aufgaben ergänzt. Mit den Aufgaben und der Verantwortung steigt auch der Druck.

Bewältigungsstrategie zur Entlastung
Glücklicherweise sind nicht nur die Auslöser einer hohen Belastbarkeit umfänglich, sondern auch die Möglichkeiten, daran etwas zu ändern. Zwar lässt sich nicht gleich die gesamte Persönlichkeit umkrempeln, doch jeder kann lernen, besser mit Druck, Problemen und auch Niederlagen umzugehen. Um am Ende nicht nur belastbarer zu werden, sondern auch aus Fehlern lernen zu können.

Standing durch Stehvermögen
Fehlt es an Belastbarkeit, geben viele auf, ohne wirklich ihr Bestes gegeben oder es überhaupt versucht zu haben. Das nötige Durchhaltevermögen fördert Belastbarkeit. Anstatt aufzugeben, lernen Sie sich durchzubeissen. Sie wählen nicht weiter den leichten Weg, sondern kämpfen, bis Sie die Ziellinie übertreten. Sodass Sie am Ende stolz auf das Erreichte sein können.

Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen
Ohne Belastbarkeit glaubt man weniger an sich und seine Leistungen. Man kommt schneller an den Punkt, an dem man sich sagt: „Das schaffe ich eh nicht.“ Sobald Sie nun mit einem Problem oder einer Niederlage konfrontiert werden, sehen Sie sich in Ihrer Selbsteinschätzung bestätigt. Gelingt es Ihnen, ein grösseres Selbstvertrauen zu entwickeln, gehen Sie Ihre Tätigkeit mit einer völlig neuen Einstellung an und werden feststellen, mit dem Druck besser umgehen zu können.

Entwickeln Sie mentale Stärke
Ausgeglichenheit und mentale Stärke sind zwei grundlegende Pfeiler von Belastbarkeit. Innere Ruhe zu verspüren und Vertrauen in die eigenen Stärken zu haben, gibt nicht nur ein gutes Gefühl und stärkt das positive Selbstbild, es zeigt sich auch im Umgang mit Stress oder negativen Emotionen. Wenn Sie mental gefestigt sind, lassen Sie sich von Rückschlägen nicht unterkriegen und fokussieren sich auf sich selbst – und nicht auf Ihr Umfeld.

Sehen Sie das Positive in Herausforderungen
Herausforderungen gehören zum Leben dazu und sind nicht dazu da, es Ihnen möglichst schwer zu machen. Wer so denkt, blockiert jegliche Belastbarkeit. Machen Sie sich bewusst, dass Sie an jeder Herausforderung wachsen können: Entweder haben Sie etwas erreicht, was für Sie vorher in weiter Ferne lag oder Sie haben sich mit dem Prozess weiterentwickelt und etwas für die Zukunft gelernt.

Gelassenheit siegt!
Eine geringe Belastbarkeit resultiert nicht selten aus der Angst vor Fehlern und Niederlagen. Schon der Gedanke an die Konsequenzen reicht aus, um der Angst den Platz auf dem Regiestuhl freizumachen. Gelassenheit scheint in dieser Situation unmöglich, doch genau die kann helfen, um die eigene Belastbarkeit zu stärken. Nehmen Sie die Dinge so, wie sie kommen. Und vermeiden Sie zusätzlichen Druck.

Transparente und inspirierende Führung als Stressprävention
Schaffen Sie Klarheit über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und damit über die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Regeln Sie dafür Arbeitszeiten flexibel, sodass Pausen- und Ruhezeiten verlässlich sind und praktizieren Sie eine »inspirierende« Führung.

Eine »inspirierende« Führung umfasst insbesondere die folgenden Punkte:

  • Kontrolle (Autonomie, Empowerment): Gewähren Sie Eigenverantwortung, sodass Mitarbeiter – auf der Basis klarer und realistischer Ziele – ihre Arbeit selbst organisieren lernen.
  • Zusammenarbeit: Schaffen Sie eine angstfreie Atmosphäre, in der Fehler korrigiert, aber nicht sanktioniert werden. Bilden Sie gemeinsam eine sinnstiftende und vertrauensvolle Umgebung für effizientes Arbeiten.
  • Selbstvertrauen: Leben und entwickeln Sie eine Kultur von Respekt und Anerkennung, für Wertschätzung und Motivation der Mitarbeiter.
  • Orientierung: Schaffen Sie eine klare Vision und Strategie, machen Sie Ihre Entscheidungen durchschaubar und verlässlich. So entsteht eine »Positive High Performance Kultur«, aus der auch in Zeiten hoher Arbeitsbelastung Höchstleistung entstehen kann.

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