Detail
07.12.2018

Scheitern beginnt im Kopf

Scheitern gehört zum Wachstumsprozess. Doch stellen Sie sich vor, Sie würden jeden Misserfolg in den Management-Meetings an die grosse Glocke hängen. Muss das wirklich jeder wissen? Wird man Sie begeistert in die nächste Beförderungsrunde einladen?

Auch wenn Scheitern einen entscheidenden Beitrag zur persönlichen Weiterentwicklung leistet, ist es in unseren Breitengraden immer noch ein Tabuthema. Was in unserer Gesellschaft zählt, sind sichtbare Erfolge. Misserfolge werden stattdessen verschwiegen und gerne unter den Teppich gekehrt.

Die Folgen des Misserfolgs
Wenn ich heute mit Klienten ins Gespräch komme, die etwas verändern möchten, höre ich immer wieder eines: Den Anstoss gab ein Misserfolg. Manchmal braucht es ein klares Zeichen, um zu erkennen, dass eine Veränderung notwendig ist. Und nicht selten wird dann aus dem Scheitern etwas Positives, sogar Motivierendes. Aber warum erleben wir dies als so schwierig? Psychologen argumentieren hier mit unseren hohen Erwartungen. Je höher diese gesetzt werden, desto mehr schmerzt auch die Niederlage.

Kommunikation ist (nicht immer) alles
Ehe Sie in den Genuss des Erfolgs kommen, verarbeiten Sie Ihren Fehlschlag. Sie sind verunsichert und peinlich berührt. Wie werden Ihre Mitmenschen darauf regieren? Werden sie Mitleid zeigen oder sogar schadenfroh sein? Während Sie dem nächsten Umfeld Ihre Niederlage vermutlich erklären können, ist es ungleich schwieriger, dies Menschen gegenüber zu tun, die weder Sie selbst noch die Umstände des Misserfolgs kennen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Misserfolg nicht gleich öffentlich machen. Nutzen Sie diesen, um für sich daraus zu lernen.

Der ständige Wettbewerb
Eines ist klar: Das eigene Image und die Reputation basieren auf der Wahrnehmung der anderen. Und die Gesellschaft setzt nun einmal Fehler mit Versagen gleich. Solange das so ist, werden Misserfolge Ihren Ruf schädigen. Die Gnadenlosigkeit im Umgang mit Fehlern ist ein Produkt unserer Wettbewerbsgesellschaft und vieler Unternehmenskulturen. Dabei ist dieser Wettbewerbsmodus jederzeit aktiv. Fast jede Position kann innerhalb kurzer Zeit zur Disposition gestellt werden.

Misserfolge nutzen
Es gibt nur wenige Berufe, in denen Fehler explizit kommuniziert werden sollten. Ist dies der Fall, dann werden sie jedoch nicht öffentlich gemacht, sondern anonymisiert. Anders als im Büro verhält es sich im Cockpit. Piloten reflektieren ihr Verhalten in gewissen Situationen, reden über Fehler und Fehlentscheidungen. Das dient der Verbesserung ihrer Leistung, fördert ihre Erfahrung und hilft, künftig Katastrophen zu verhindern. Solche Versagen sind lehrreich. Sie fördern Ihre persönliche Verhaltensentwicklung.

Fazit
Denken Sie immer daran: Misserfolge sind alltäglich. Einmal überwunden können sie den Grundstein für Ihren künftigen Erfolg legen. Lernen Sie mit Fehlern umzugehen und in Zukunft gestärkt aus einer Niederlage hervorzugehen. Wenn Ihnen eine Bruchlandung passiert, sollte es genügen, diese mit Ihrem persönlichen Umfeld zu teilen. Bleiben Sie souverän.

zurück